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Drei Gründe für die steigende Relevanz von ESG-Ratings am Kapitalmarkt

ESG-Ratings bewerten die Nachhaltigkeitsperformance und Nachhaltigkeitsrisiken von Unternehmen. Sie verdichten die zugehörigen Informationen zu einem greifbaren, vergleichbaren Indikator bzw. einer Gesamtbeurteilung. Damit helfen sie Investoren, Kreditgebern und weiteren Kapitalmarktakeuren dabei, die Resilienz und Zukunftsfähigkeit von Geschäftsmodellen besser einzuschätzen – und zugleich (finanzielle) Risiken sowie künftige Renditen genauer zu ermitteln.

Gute ESG-Ratings erleichtern den Zugang zu Kapital und senken die Finanzierungskosten für Unternehmen. Die Bewertungen der führenden ESG-Ratingagenturen werden zunehmend von Investoren bei der Anlageentscheidung und von Banken bei der Kreditvergabe bzw. der Zinsgestaltung berücksichtigt. Zum Beispiel erhalten Unternehmen mit starken ESG-Profilen – und entsprechend guten ESG-Ratings – häufig bessere Kreditkonditionen bei Green Bonds oder Sustainability-linked Loans, da sie als weniger risikobehaftet gelten und ihnen eine positive Wirkung ihrer Geschäftstätigkeit attestiert wird. So profitieren sie vom klaren Signal an den Markt, dass sie Verantwortung übernehmen und (langfristig) zukunftsorientert denken.

Es gibt drei zentrale Gründe, warum ESG-Ratings künftig noch wichtiger werden:

1. Weniger Regulierung, mehr Unsicherheit – ESG-Ratings schaffen Orientierung

Nach Jahren zunehmender Regulierung beginnt sich das Pendel in die andere Richtung zu bewegen. Mit dem Omnibus-Delegierten Rechtsakt und der Lockerung von Berichtspflichten im Rahmen der EU-Taxonomie und CSRD sinkt der Druck auf Unternehmen – zugleich aber auch die Einheitlichkeit der Offenlegung. Wo klare Anforderungen zurückgenommen werden, entstehen neue Spielräume, und es wächst die Gefahr, dass Nachhaltigkeitsberichte wieder uneinheitlicher, selektiver und schwerer vergleichbar werden.

Genau hier gewinnen ESG-Ratings an Bedeutung. Sie schließen die Lücke, die durch nachlassende regulatorische Vorgaben entsteht, indem sie Unternehmensdaten und -aktivitäten nach eigenen, konsistenten Kriterien bewerten und vergleichbar machen. Für Investoren, Banken und Analysten schaffen sie Orientierung und Kontinuität. Während regulatorische Leitplanken an Klarheit verlieren, sorgen ESG-Ratingagenturen am Kapitalmarkt mit eigenen Kriterienkatalogen zunehmend für Konsistenz und Vergleichbarkeit.

2. Wachsendes ESG-Anlagevolumen steigert die Bedeutung vergleichbarer Bewertungen

Immer mehr institutionelle Investoren setzen auf nachhaltige Investments. Darauf deuten sowohl aktuelle Daten großer Asset Manager als auch unabhängige Marktstudien hin. BlackRock erhöhte beispielsweise sein nachhaltiges Anlagevolumen, also die Assets in Sustainable and Transition Investing, von 2023 auf 2024 um mehr als 200 Mrd. USD auf rund 1 Bio. USD. Zugleich stieg bei Allianz Global Investors der Anteil der Assets under Management in Mutual Funds, die nach einem Sustainable Investing Approach (SFDR Art. 8/9) gemanagt werden, von 61 % (2023) auf 64 % (2024). Bei anderen großen Vermögensverwaltern wie Amundi zeigte sich zuletzt ein ähnliches Bild. Auch Marktstudien zeigen, dass nachhaltige Fonds (SFDR Art. 8/9-Fonds) weiter an Gewicht gewinnen. Laut PwC erhöhte sich ihr Volumen in Europa von 6,2 Bio. EUR (2023) auf 7,4 Bio. EUR (2024).

Mit dem Anstieg der ESG-orientierten Investments wächst der Bedarf an verlässlichen und vergleichbaren Nachhaltigkeitsbewertungen – und damit auch die Bedeutung von ESG-Ratings. Führende Investmenthäuser wie BlackRock, Amundi und Allianz Global Investors bestätigen regelmäßig, dass sie die Bewertungen von Ratinganbietern wie ISS ESG, MSCI und Sustainalytics in ihre Analysen und Anlageentscheidungen einbeziehen. Damit entwickeln sich ESG-Ratings zu einem immer wichtiger werdenden Faktor in der Kapitalallokation.

3. Resilienz und (langfristige) Zukunftsfähigkeit werden zu Schlüsselfaktoren

In Zeiten hoher Marktvolatilität, beschleunigter Transformation und einer Vielzahl umweltbezogener Risikofaktoren bewerten Kapitalmarktakteure zunehmend die Robustheit und (langfristige) Zukunftsfähigkeit von Geschäftsmodellen. Hierbei liefern ESG-Ratings einen wertvollen Bezugspunkt. Sie beurteilen mithilfe klarer, konsistenter Kriterien, wie umfassend und proaktiv Risiken und Chancen gesteuert werden, wie verantwortungsbewusst ein Unternehmen handelt und wie zukunftsorientiert die Strategie ausgerichtet ist.

Ihre Beurteilungen helfen Investoren, Kreditgebern und Analysten dabei, besser einzuschätzen, wie widerstandsfähig Geschäftsmodelle sind und wie gut Unternehmen ihre langfristige Wertschöpfung sicherstellen. Unternehmen mit hohen ESG-Ratings zeigen häufig stärkere Risikomanagement-Strukturen, mehr Beständigkeit, eine höhere Anpassungsfähigkeit gegenüber Umwelteinflüssen sowie eine insgesamt langfristigere Ausrichtung. Insgesamt tragen ESG-Ratings dazu bei, Resilienz, Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftspotenzial messbar und vergleichbar zu machen – Faktoren, die im gegenwärtigen Geschäftsumfeld weiter an Bedeutung gewinnen.

Gerade in einem Umfeld mit weniger regulatorischen Vorgaben, steigenden ESG-Anlagevolumina und einer stärkeren Fokussierung auf Resilienz gilt: Wer ESG-Ratings vernachlässigt, riskiert, dass der Markt mit Risikoaufschlägen reagiert – und die Finanzierungskosten steigen. Anstelle eines möglichen „Greeniums“ oder „Sociums“ droht Unternehmen dann eine sogenannte „Brown Penalty“, also ein Preisaufschlag für wahrgenommene ESG-Schwächen durch Investoren und Banken. Umso wichtiger ist es, dass Unternehmen Ihre ESG-Ratings konsequent im Blick behalten und gezielt optimieren.

Mit ESG Rating Impact Tool Ratings optimieren und gezielt auf grüne Finanzierung vorbereiten

Wir unterstützen Unternehmen aus unterschiedlichsten Branchen seit rund 10 Jahren bei der Analyse und Optimierung ihrer ESG-Ratings. In diesem Zusammenhang haben wir zahlreiche Bewertungen detailliert untersucht, sind im engen Austausch mit den Analysten führender ESG-Ratingagenturen und kennen deren Bewertungslogiken aus der Praxis. Für einen strukturierten, systematischen Verbesserungsprozess haben wir zudem ein eigenes Tool entwickelt, das ESG Rating Impact Tool. Mithilfe dieses Tools und unserer umfassenden Erfahrung können wir die ESG-Ratings Ihres Unternehmens gezielt stärken. Gute ESG-Ratings sind ein wesentlicher Faktor für den Zugang zu günstigerem Kapital an der Börse – und im aktuellen Umfeld gewinnen sie noch weiter an Bedeutung.

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Über cometis

Seit 25 Jahren verbinden wir Kapitalmarktexpertise mit tiefgehender Nachhaltigkeitsanalyse und strukturierten Beratungsansätzen. In über 1.000 Mandaten haben wir gelernt, sowohl langjähriger Partner als auch flexibler Know-how-Booster zu sein. Ob beim Börsengang, in der M&A-Transaktion, bei der (doppelten) Wesentlichkeitsanalyse oder im Spannungsfeld komplexer ESG-Regulatorik: Wir bringen Klarheit in anspruchsvolle Fragestellungen und schaffen belastbare Entscheidungsgrundlagen. Mit unseren Leistungen liefern wir genau das, worauf es Ihnen ankommt – wirtschaftlichen Erfolg, nachhaltige Wirkung und am liebsten natürlich beides zusammen.