News und Studien cometis AG, Frankfurt am Main

Guidance-Politik in deutschen Indexunternehmen:

cometis-Studie zur Guidance-Politik aller Indexunternehmen aus Deutschland belegt: Verbesserung der Prognosefähigkeit insgesamt, deutlicher Nachholbedarf auf den hinteren Rängen

  1. Prognosefähigkeit von Unternehmen im DAX, MDAX, SDAX und TecDAX hat sich im Untersuchungszeitraum deutlich verbessert
  2. Ranking-Highlights: SAF Holland (SDAX) über alle Indizes am besten, Continental führt im DAX
  3. cometis unterstützt börsennotierte Unternehmen individuell bei der Analyse und Optimierung der eigenen Prognosepolitik auf Grundlage einer eigens erstellten, umfangreichen Datenbank aller
    Prognoseberichte für den Zeitraum 2013 bis 2016

Wiesbaden, 05. Oktober 2017 – Die cometis AG, eine der führenden Beratungsgesellschaften für Investor Relations und Finanzkommunikation in Deutschland, hat die Berichterstattung sämtlicher Indexunternehmen aus DAX, MDAX, SDAX und TecDAX für die Jahre 2013 bis 2016 hinsichtlich ihrer Prognosefähigkeit untersucht. Dabei wurden die qualitativen und quantitativen Angaben zur zukünftigen Geschäftsentwicklung analysiert, welche von börsennotierten Gesellschaften im Rahmen ihrer Finanzberichterstattung regelmäßig kommuniziert werden. Das Ergebnis der Studie ist für Anleger, Analysten und Investor Relations Manager gleichermaßen erfreulich: Die Transparenz und die Genauigkeit der Prognoseberichterstattung hat sich im Betrachtungszeitraum über alle Indizes hinweg deutlich verbessert.

Klassenbester: Continental führt den DAX bei Prognosefähigkeit an
Prognosen zur Geschäftsentwicklung sind für die Investitionsentscheidung der Finanzmarktakteure ebenso wichtig, wie das historische Abschneiden. Bevorzugt werden aussagekräftige quantitative Schätzungen für zentrale Steuerungskennzahlen wie Umsatz und Profitabilität (i.d.R. EBIT oder EBITDA). Diese erlauben eine bessere Einschätzung der Zukunftsaussichten eines Unternehmens als rein qualitative Aussagen. Eine gute Prognose zeichnet sich aber vor allem dadurch aus, dass sie unterjährig möglichst nicht geändert und am Ende des Jahres auch eingehalten wird. Denn der Kapitalmarkt straft böse Überraschungen gnadenlos ab. Regelmäßig schicken Gewinnwarnungen aufgrund nicht einzuhaltender Prognosen die Börsenkurse überoptimistischer Unternehmen auf Talfahrt. Eine höhere Volatilität in der Kursentwicklung hat zudem weitreichende Folgen: Sie wirkt sich über den Beta-Faktor negativ auf die Eigenkapitalkosten und damit auf die Marktkapitalisierung aus.
Die Formulierung der richtigen Prognose gleicht oft einem Drahtseilakt und gehört zur hohen Schule der Kapitalmarktkommunikation. Nach der cometis-Guidance-Studie hatte über alle Indexunternehmen hinweg das Management der im SDAX notierten SAF Holland im Untersuchungszeitraum das beste Händchen bei der Schätzung der zukünftigen Umsatz- und Gewinnentwicklung. Im DAX zeigte sich der Vorstand der Continental AG am treffsichersten. Am schlechtesten im gesamten Indexuniversum schnitten Dialog Semiconductor (TecDAX) und Steinhoff (MDAX) ab; im DAX traf dies auf die Commerzbank AG zu. Bei dem Ranking wurden neben der Prognosequalität auch die prozentuale Abweichung der Prognosewerte vom finalen Ist-Wert und die Anzahl unterjähriger Anpassungen im Rahmen der Quartalsberichterstattung berücksichtigt.

 
Tops und Flops nach Indizes*
 

 
Verwendung unzulässiger Prognose-Methoden ist deutlich gefallen
Besonders deutlich zeigt sich die verbesserte Prognosequalität bei der zurückgehenden Verwendung unzulässiger Prognose-Methoden. Darunter werden rein komparative Prognosen (Beispiel: „Wir erwarten für das Geschäftsjahr 2017 einen steigenden Umsatz“) und qualitative Prognosen (Beispiel: „Wir erwarten für das Geschäftsjahr 2017 einen zufriedenstellenden Umsatz“) gefasst. In den Jahren 2013 bis 2016 ist nach den Ergebnissen der cometis-Studie der Anteil unzulässiger Prognosen für Topline-Kennzahlen wie den Konzernumsatz über alle Indizes hinweg von 34% auf 7% deutlich gefallen, für Ergebniskennzahlen der Gewinn- und Verlustrechnung von 39% auf 11%. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung mehr Transparenz und Planungssicherheit. Für das Management börsennotierter Unternehmen ist sie eine Herausforderung, die jedes Jahr aufs Neue ansteht.

Umsatzprognosen am populärsten
Die Auswertung der erhobenen Daten zeigt zudem, dass in allen vier betrachteten Jahren jeweils mehr als 60% der 160 Index-Unternehmen den Umsatz prognostiziert haben. Auf der Ertragsseite gestaltet sich das beobachtete Bild bunter: Am häufigsten wurde das EBIT verwendet. Auf den Plätzen folgen das EBITDA sowie die EBIT-Marge.

Qualität der Kommunikation ist genauso wichtig wie gute Zahlen
„Analysten und Investoren bewerten im Rahmen von Prognosen nicht nur die nackten Finanzkennzahlen eines Unternehmens, sondern auch die Planungsfähigkeiten des Managements. Sie erwarten eine plausible und realistische Guidance“, erklärt cometis-Vorstand Henryk Deter. Er fährt fort: „Um die Glaubwürdigkeit nicht aufs Spiel zu setzen, sollten die Formulierungen klar verständlich sein und mit Sorgfalt bedacht werden. Die cometis AG unterstützt börsennotierte Unternehmen seit vielen Jahren bei der Analyse ihrer Prognosefähigkeit und spricht praktische Empfehlungen zur Verbesserung aus. Unser umfassendes Datenmaterial ermöglicht es uns, wichtige Erkenntnisse zu gewinnen. Damit können wir börsennotierte Unternehmen aller Branchen und aller Größenordnungen unterstützen. Unsere Erfahrung zeigt, dass sich Risiken deutlich minimieren lassen, während gleichzeitig die Ansprüche der Anleger erfüllt werden.“

 

cometis AG
Seit dem Jahr 2000 ist die cometis AG als Beratungsunternehmen für strategische und operative Finanzkommunikation aktiv. Unser Team von mehr als 25 Mitarbeitern besteht aus Betriebs- und Volkswirten, Journalisten, Wirtschaftsjuristen und Designern. Dabei profitieren unsere überwiegend mittelständischen Kunden von der tiefgreifenden Erfahrung aus mehr als 500 abgeschlossenen Kapitalmarktprojekten. In den vergangenen Jahren haben wir über 25 Börsengänge zum Erfolg geführt. Außerdem steuerten wir bei zahlreichen Corporate Finance- und M&A-Transaktionen sowie in Sondersituationen die Kommunikation unserer Kunden. Unser Leistungsspektrum reicht von der Entwicklung der Investor Relations- und Kommunikationsstrategien über die Erstellung von Geschäftsberichten, Präsentationen, Meldungen und Webseiten bis hin zu Management-Coachings als Vorbereitung auf Gespräche mit Investoren, Journalisten und Analysten. Durch unsere Mitgliedschaft im „Public Relations Global Network“ (PRGN), das über 40 inhabergeführte PR- & IR-Beratungen auf allen Kontinenten vereint, bieten wir unsere Dienstleistungen auch auf globaler Ebene an.

Kontakt:
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Henryk Deter
Tel. +49 611 20 58 55 13
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