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ESEF – Wie ab 2020 einheitlich reportet wird

02.04.2019

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ESEF – Wie ab 2020 einheitlich reportet wird

2 Apr, 2019 | News, Pressemitteilung

Noch sind nicht alle Geschäftsberichte für das letzte Geschäftsjahr veröffentlicht und noch denkt niemand an den Report in zwei Jahren – bis auf die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA), die schon seit Ende 2017 eine Lösung für bessere internationale Vergleichbarkeit im Reporting bereithält. Am 1. Januar 2020 wird diese unter dem Namen ESEF (European Single Electronic Format) für alle Emittenten innerhalb der EU verbindlich.
Übersetzt heißt das: maschinelle Lesbarkeit und 5.300 Berichte mit den gleichen Kennzifferbezeichnungen an den gleichen Stellen im Text. Damit könnte eine Software im Handumdrehen eine Vielzahl von Geschäftsberichten analysieren und auswerten. Das schafft Transparenz und spart Zeit, vor allem die von Investoren, Analysten und Journalisten. Die börsennotierten Unternehmen dagegen müssen zuerst mit den Anforderungen zurechtkommen, wobei es nach der einmaligen Umstellung in den darauffolgenden Jahren theoretisch reibungslos funktionieren sollte.
Bereits bisher müssen Finanzberichte in XML-Format abgegeben werden. Anstelle von XML tritt der XHTML-Code mit eingebetteten XBRL-Tags. Auch in diesem Format kann der Report für den menschlichen Betrachter optisch ansprechend gestaltet werden, denn die Tags sind nur für einen Computer sichtbar. Durch die auf IFRS-Definitionen basierende XBRL-Taxonomie werden alle Berichte im Aufbau und in den Bezeichnungen einheitlich, zumindest was die Unternehmensinformationen wie Name und Sitz sowie die Abschlusstabellen (Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung) und deren Erläuterungen betrifft. Der Konzernanhang soll erst 2022, nach einer zweijährigen Adaptionszeit, mit 234 zusätzlichen Tags etikettiert werden.
Der ESEF-konforme Bericht wird schließlich beim Bundesanzeiger hochgeladen. Der Deutschen Wertpapierbörse reicht – zumindest laut aktueller Auskunft – nach wie vor ein PDF-Dokument. Freiwillige Informationen, wie bisher beim XML-Format, bleiben komplett außen vor. Das gleich gilt für das Design und den Druck der Reports.
XBRL-Tags sind technisch nichts neues. Einige Länder, einschließlich der USA, nutzen die Technologie seit geraumer Zeit. Trotzdem lassen sich die Tags nicht ganz automatisch umsetzen, selbst den modernsten Programmen muss noch mindestens einmal alles beigebracht werden. Das liegt natürlich auch an der bisherigen Vielfalt in der Formatierung und Beschriftung der Geschäftskennzahlen. “Die wird wohl auch weiterhin bestehen bleiben”, ist sich Henryk Deter, Vorstand der cometis AG, sicher. „Die Unternehmen werden deswegen kaum von den gewohnten Berichtsformaten abweichen. XML wird durch ESEF ersetzt, aber für die Kommunikation am Kapitalmarkt wird das unmittelbar nicht viel ändern. Als IR-Berater sind wir hier aber natürlich gefordert und werden unsere Kunden rechtzeitig über notwendige Anpassungen in der Berichtserstellung informieren.“

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