UNGC: Den Worten auch Taten folgen lassen

Last updated May 27, 2021 at 11:31AM | Published on May 27, 2021 | Pressemitteilung

Wiesbaden, 28. Mai 2021. Unternehmen verpflichten sich durch ihre Mitgliedschaft beim United Nations Global Compact (UNGC), eine inklusive und nachhaltige Weltwirtschaft zu fördern. Dass der UNGC aber keine Einbahnstraße ist, zeigte VW in den vergangenen fünf Jahren. Wegen des Abgasskandals flog das Unternehmen raus – und kam mit viel Arbeit aber kürzlich wieder zurück. Wie ist das gelungen?

von Justus Fischer

UNGC: Den Worten auch Taten folgen lassen

Wer sich dafür entscheidet, Mitglied des United Nations Global Compact (UNGC) zu werden, unterzeichnet zehn universelle Prinzipien, die Themen wie die Einhaltung der Menschenrechte, Abschaffung von Diskriminierung und Förderung des Umweltschutzes umfassen. Doch nur mit der Unterschrift ist es nicht getan: Auf Worte müssen auch Taten folgen, die Unterzeichner der Nachhaltigkeitsinitiative müssen Ziele umsetzen und unterstützen. Daher müssen die UNGC-Mitglieder jährlich einen sogenannten Communication on Progress (COP) Bericht verfassen, in dem sie die Fortschritte bei der Umsetzung der verschiedenen Ziele dokumentieren. Wenn ein Mitglied in der Öffentlichkeit in Verruf gerät, weil es die Ziele doch nicht verfolgt oder ihnen sogar entgegenwirkt, kann der UNGC die Mitgliedschaft ruhen lassen. Bei VW machte die Nachhaltigkeitsinitiative davon Gebrauch.

VW auf der schwarzen Liste

2015 war ein schwieriges Jahr für VW, dabei war es erst der Anfang des Abgasskandals, der sich noch über mehrere Jahre hinziehen sollte und die Reputation des Unternehmens nachhaltig beschädigte. VW, aber auch verschiedene andere Autohersteller, manipulierten ihre Fahrzeuge so, dass sie offiziell die Grenzwerte für Autoabgase einhielten, obwohl sie diese eigentlich überschritten. Mit den UNGC-Prinzipien, die Wert auf Umweltschutz legen, ist dieses Vorgehen nicht vereinbar. Als Konsequenz der Affäre strich der UNGC den Automobil-Konzern aus seiner Mitgliedsliste.

VW arbeitete von Anfang an auf eine Wiederaufnahme hin. Der Konzern veröffentlichte die COP-Berichte weiterhin und führte ein umfangreiches Compliance Monitorship unter Aufsicht des US-Justizministeriums durch. Außerdem setzte der Automobilhersteller 2016 einen unabhängigen Nachhaltigkeitsbeirat ein, dessen Mitglied unter anderem Georg Kell, Gründungsdirektor des UNGC, ist und verpflichtete sich selbst zu einem umfangreichen Klimaschutzprogramm. Bis 2050 will das Unternehmen unter dem Strich klimaneutral sein.

Nachhaltigkeitsbemühen wird belohnt

Und die Arbeit hat sich gelohnt: 2020 beantragte VW seine Wiederaufnahme in den UNGC – mit Erfolg. Der UNGC bestätigte Anfang 2021 die Wiederaufnahme. VW hat also aus seinen Fehlern gelernt und erkannt, dass Nachhaltigkeit ganz oben auf der Agenda stehen sollte. Nicht nur weil es sonst der Reputation eines Unternehmens massiv schaden kann, sondern auch weil Nachhaltigkeit mittlerweile ein wichtiges Kriterium für die verschiedensten Stakeholder und damit für eine erfolgreiche Zukunft jedes Unternehmens ist.

Der UNGC und der Umgang mit VW sind nur ein Beispiel, dass Unternehmen ihre ESG-Vorsätze einhalten müssen – oder zumindest offen kommunizieren, wenn sie es nicht tun. Nicht umsonst gilt es auch bei Nachhaltigkeitsberichten als transparent und durchaus positiv, wenn ein Unternehmen ehrlich zugibt, bestimmte Ziele nicht erreicht zu haben. Das Unternehmen kann daraus nämlich lernen und es besser machen – nur eben transparent und selbstkritisch.

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Justus FischerJustus Fischer: Senior Consultant
Justus Fischer hat Erfahrungen in verschiedenen ESG- und IR-Kommunikationsprojekten gesammelt. Für einen internationalen Technologiekonzern hat er eine crossmediale Content-Marketing-Kampagne koordiniert. Justus studierte Medienwissenschaft, Rhetorik und Literaturwissenschaft an den Universitäten Tübingen, Bielefeld und La Plata (Argentinien).

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