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Wie Unternehmen ihre Finanz-PR in Zeiten von KI erfolgreich gestalten

Die Frage ist nicht, ob Künstliche Intelligenz die Finanzkommunikation verändert, sondern wer diese Veränderung aktiv gestaltet – und wer von ihr gesteuert wird. KI-Systeme filtern, verdichten und bewerten Informationen über börsennotierte Unternehmen in Echtzeit. Sie beeinflussen, welche Narrative sichtbar werden und wer vom Radar verschwindet.

Es gibt drei zentrale Gründe, warum die Equity Story künftig noch wichtiger wird:

Für IR- und PR-Verantwortliche entsteht daraus ein neues Risiko: Wer heute keinen regelmäßigen Newsflow aufbaut, überlässt die eigene Story algorithmischen Zufällen und Wettbewerbern, die die Anforderungen von KI-Systemen besser bedienen. In einer KI-geprägten Öffentlichkeit gewinnt daher eine strategische Finanz- und Unternehmenskommunikation weiter an Bedeutung. 

Sean Dowdall, PR-Spezialist bei unserer PRGN-Partneragentur Landis Communications Inc., bringt es auf den Punkt:

„Sichtbarkeit entsteht künftig aus Autorität und Vertrauen. Deshalb wird sich für Unternehmen strategische Finanz-PR lohnen, weil sie die Präsenz in relevanten Medien erhöht – und damit maßgeblich die Chancen, in KI-Antworten mit den gewünschten Botschaften bzw. als Referenz aufzutauchen.“

Diese vier Punkte sind für eine effektive Finanz-PR in Zeiten von KI besonders wichtig:

    1. Multiplikatoreffekt nutzen: Gezielte Finanz-PR wirkt als strategischer Multiplikator im Kapitalmarkt. Durch eine konsistente Präsenz in relevanten Wirtschafts- und Finanzmedien lassen sich Wahrnehmung, Glaubwürdigkeit und Erwartungshaltung von Investoren, Analysten und Journalisten aktiv steuern. Medienberichterstattung wird damit nicht zum Selbstzweck, sondern zum Hebel: Sie beeinflusst die Einordnung des Unternehmens, stärkt das Vertrauen in Management und Geschäftsmodell und wirkt mittelbar auf den Zugang zu Kapital und die Bewertung am Markt.

    2.  Deutungshoheit bewahren: Künstliche Intelligenz verstärkt die Dynamik der öffentlichen Meinungsbildung erheblich. Die Menge verfügbarer Inhalte wächst exponentiell, während KI-Systeme Informationen nicht nur aggregieren, sondern priorisieren, gewichten und kontextualisieren – jedoch nicht immer konsistent, vollständig oder fehlerfrei. In der Folge steigt das Risiko, dass verkürzte, verzerrte oder schlicht falsche Darstellungen über Unternehmen an Sichtbarkeit gewinnen.

Gleichzeitig erhöht sich der Reputations- und Vertrauensvorsprung seriöser, etablierter Quellen. Für IR- und PR-Verantwortliche ist es in diesem Umfeld eine zentrale Aufgabe, durch eine strategische Kommunikation auf die Deutungshoheit über das eigene Unternehmen hinzuwirken. Finanz-PR kann in diesem Spannungsfeld Orientierung schaffen, indem sie aktuelle Unternehmensnachrichten über relevante Kommunikationskanäle einordnet und Vertrauen systematisch aufbaut.

    1. KI als weiteren Distributionskanal integrieren: Der Einsatz von KI bietet einen zusätzlichen Hebel für eine strategische Finanz-PR. Die Art, wie Plattformen Informationen anzeigen, verschiebt sich derzeit fundamental: Weg von der klassischen Ergebnisliste, hin zu KI-generierten Antworten, die Einordnungen gleich mitliefern. Diese Verschiebung beeinflusst unmittelbar, wie sich potenzielle Investoren ein Bild von Unternehmen machen – oft ohne direkten Kontakt mit der ursprünglichen Quelle. Finanz-PR muss diesen Mechanismus berücksichtigen und KI als eigenständigen Distributions- und Filterkanal mitdenken.

Hier zeigt sich die strategische Relevanz von Generative Engine Optimization (GEO) für die Finanz-PR. Vor allem Investment Highlights und Equity Story aber auch Pressemitteilungen oder FAQs sollten auf Ihrer Website so aufbereitet sein, dass sie möglichst gut von Plattformen wie ChatGPT erkannt und verarbeitet werden können. Dies wird zu einem festen Bestandteil der digitalen Infrastruktur von Finanzkommunikation.

    1. Media Monitoring auf KI erweitern: Klassische Suchergebnisse lassen sich relativ einfach überwachen und waren lange Zeit für alle Nutzer fast nahezu identisch. Persönliche KI-Assistenten wie ChatGPT haben jedoch „Black Box“-Charakter und geben allen Nutzern individuelle Antworten. Mit einem klassischen Media Monitoring werden Sie den Anforderungen einer zeitgemäßen Finanz-PR also nicht mehr gerecht.

Die Maßnahmen in Punkt 3 steigern bereits systematisch die Wahrscheinlichkeit, dass unternehmenseigene Daten von KI-Modellen in ihren Outputs berücksichtigt werden. Durch eine regelmäßige Analyse und Überwachung der Ergebnisse aus den KI-Modellen lassen sich wertvolle Einblicke in die maschinelle Wahrnehmung des Unternehmens gewinnen. Sie ermöglicht es, Fehlentwicklungen frühzeitig zu identifizieren und gleichzeitig die eigene Informationsarchitektur gezielt weiterzuentwickeln. Monitoring unterstützt so die Risikobegrenzung, aber auch die qualitative Weiterentwicklung der Finanzkommunikation.

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